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  • Steuerreform 2021 entlastet die Landwirtschaft

    Die Bundesregierung entlastet mit der ökosozialen Steuerreform die Menschen in Österreich spürbar. Das Gesamtvolumen der Entlastung liegt bei 18 Mrd. Euro. Das Bekenntnis zur ökosozialen Marktwirtschaft schafft eine gute Balance zwischen leistungsfähiger Wirtschaft und ökologischer Nachhaltigkeit. Für die Landwirtschaft enthält die Reform mehrere wichtige Elemente, die ein gemeinsames Ziel haben: Die Entlastung unserer Bäuerinnen und Bauern!

     

    Die Maßnahmen im Überblick:

    1. Einführung einer Steuerrückvergütung für Agrardiesel: Mit der Einführung einer Steuerrückvergütung für Agrardiesel werden den Landwirten die Kosten, die durch die Einführung der CO2-Bepreisung entstehen, vollständig abgegolten.

    2. Sonder-Investitionsprogramm „Energieautarke Bauernhöfe“: In der Landwirtschaft wollen wir möglichst viele energieautarke Bauernhöfe schaffen, dafür stellen wir ein Volumen von 25 Mio. Euro pro Jahr für Investitionen zur Verfügung.

    3. Regionaler Klimabonus speziell für den ländlichen Raum: Der regionale Klimabonus soll Menschen entlasten, die aufgrund ihres Wohnorts mehr auf ihr Auto angewiesen sind. Konkret wird es ab 2022 den Bonus in vier Stufen geben, je nachdem wo sich der Hauptwohnsitz in Österreich befindet bis zu 200 Euro. Für jedesKind gibt es den Bonus in der Höhe von 50 Prozent.

    4. Sauber-Heizen-Offensive: Für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen und den Umstieg auf erneuerbare Energie (Biomasse, Pellets, etc.) sind insgesamt 500 Mio. Euro für verschiedene Maßnahmen vorgesehen.

    5. Regionale Bepreisung Lebensmittel:entfernungsabhängigen Bepreisung von weitgereisten Lebensmitteln.

    6. Reduktion Krankenversicherungsbeiträge: speziell für kleine Einkommen um 1,7 Prozent samt Kompensation der Mindereinnahmen für die Krankenversicherung ab dem 01.07.2022

    7. Investitionsfreibetrag inkl. Ökologisierungskomponente (insgesamt 350 Mio. Euro; Orientierung an Investitionsprämie)

    8. Befreiung Eigenstromabgabe für Erneuerbare

     

    Zitate Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger

    „Wer hart arbeitet, der spürt die Entlastungen besonders. Mit der ökosozialen Steuerreform entlasten wir die gesamte Landwirtschaft und damit unsere Bäuerinnen und Bauern. Für sie ist nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit Natur und Gesellschaft schon seit jeher selbstverständlich. Gleichzeitig fördern wir weitere Investitionen in neue und umweltfreundliche Technologien. Die Steuerreform ist ein weiterer Meilenstein für unsere Bäuerinnen und Bauern.“

    „In der Landwirtschaft wollen wir möglichst viele energieautarke Bauernhöfe schaffen, die den Strom für den Eigenbedarf aus gebäude- und betriebsintegrierten Photovoltaik-Anlagen samt Speicheranlagen erzeugen. Dafür gibt es einen eigenen Fördertopf für Bauernhöfe mit einem Volumen von 25 Mio. Euro, um landwirtschaftliche Betriebe zu ihren eigenen Kraftwerken zu machen.“

    „In vielen Fällen können Landwirte auf den Einsatz fossiler Energieträger nicht verzichten, etwa bei Traktoren und Maschinen. Mit der Wiedereinführung des Agrardiesels werden den Landwirten die Kosten, die durch die Einführung der CO2-Bepreisung entstehen, abgegolten. Das hat keine andere Berufsgruppe.“

    Zitate Josef Moosbrugger (Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich)

    „Mit der Steuerreform 2021 hat die österreichische Bundesregierung in zentralen Bereichen eine zukunftsweisende Weichenstellung vorgenommen. Wir befürworten, dass sowohl Wert auf eine leistungsfähige Land- und Forstwirtschaft, als auch auf ökologische Nachhaltigkeit gelegt wird. Viele der geplanten Maßnahmen werden eine Entlastung für Klima und Familienbetriebe bringen und auch Österreichs Versorgungssicherheit dienen. Die Regierung hat somit auch für unsere Bäuerinnen und Bauern ein entscheidendes Maßnahmenpaket geschnürt. Speziell auch die investierenden Agrar- und Forstbetriebe werden eine weitere Stärkung erfahren. Wir steuern mit neuer Kraft in Richtung Zukunft.“

    „Als Land- und Forstwirtschaft leisten wir bereits jetzt einen wichtigen Beitrag, um Österreich raus aus den fossilen Energieträgern und rein in die erneuerbaren zu bringen. Diesen Beitrag, der auch eine Chance für zusätzliche bäuerliche Wertschöpfung sein kann und soll, wollen wir gerne ausbauen. Gleichzeitig gilt es, unsere wertvollen landwirtschaftlichen Nutzflächen für die Gewinnung regionaler, nachhaltiger Lebensmittel zu erhalten. Daher betonen wir seit langem und insbesondere seit Erarbeitung des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes, wie wichtig es ist, Photovoltaik-Anlagen rauf auf die Dächer zu bekommen und auch für entsprechende Infrastruktur bzw. Speicherkapazitäten zu sorgen. Das darauf abzielende Sonder-Investitionsprogramm ‚Energieautarke Bauernhöfe‘ im Gesamtvolumen von jährlich 25 Mio. Euro halten wir daher für eine überaus sinnvolle, zukunftsweisende Maßnahme.“

    „Die von der Regierung angekündigte Senkung der Krankenversicherungs-Beiträge für kleine und mittlere Einkommen wird bei land- und forstwirtschaftlichen Familienbetrieben für Entlastung sorgen. Die Einführung eines regional gestaffelten Klimabonus für den ländlichen Raum wird auch bei land- und forstwirtschaftlichen Familien überdurchschnittlich zur Anwendung kommen.“

     

    Maßnahmen für die Landwirtschaft im Detail:

    1. Einführung einer Steuerrückvergütung für Agrardiesel:
    Die österreichische Land- und Forstwirtschaft hat im europäischen Vergleich derzeit eine höhere Steuerlast als in anderen Staaten zu tragen. Gleichzeitig gewähren die meisten EU-Mitgliedsstaaten eine Mineralölsteuer-Vergütung oder einen steuerbegünstigten Agrardiesel. In der Landwirtschaft ist der vollständige Ausstieg aus fossilen Energieträgern, vor allem bei Traktoren und Maschinen, aktuell und auch in naher Zukunft mangels technischer Alternativen nicht möglich. Mit der Einführung einer Steuerrückvergütung für Agrardiesel werden den Landwirten die Kosten, die durch die Einführung der CO2-Bepreisung entstehen, vollständig abgegolten.

    2. Sonder-Investitionsprogramm „Energieautarke Bauernhöfe“
    Definiertes Ziel der Regierung ist: Die Stromproduktion bis 2030 zu
    100 Prozent auf erneuerbare Produktion umzustellen.
    Einen wesentlichen Beitrag dafür wird Strom aus PV-Anlagen leisten. In der Landwirtschaft wollen wir möglichst viele energieautarke Bauernhöfe schaffen, die den Strom für den Eigenbedarf aus gebäude- und betriebsintegrierten PV-Anlagen samt Speicheranlagen erzeugen. Dafür wird ein Sonderinvestitionstopf für die Landwirtschaft mit einem Volumen von 25 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.

    3. Regionaler Klimabonus speziell für den ländlichen Raum
    Der regionale Klimabonus soll Menschen entlasten, die aufgrund ihres Wohnorts mehr auf ihr Auto angewiesen sind als Menschen in Ballungsräumen mit gutem Zugang zum öffentlichen Verkehr. Konkret wird es ab 2022 den Bonus in vier Stufen geben, je nachdem wo sich der Hauptwohnsitz in Österreich befindet – in einer städtischen oder in einer ländlichen Gemeinde: nämlich 100 Euro, 133 Euro, 167 Euro oder 200 Euro. Für jedesKind gibt es den Bonus in der Höhe von 50 Prozent. Der Betrag kann sich dynamisch ändern, abhängig von den Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel.

    4. Sauber-Heizen-Offensive
    Österreich will aus der Verwendung fossiler Brennstoffe (Öl, Gas) für Heizsysteme aussteigen. Auch in landwirtschaftlichen Betrieben sind nach wie vor Heizsysteme im Einsatz, die Öl oder Gas verbrennen. Für den Umstieg auf erneuerbare Energie beim Heizen (Biomasse, Pellets, etc.) sind insgesamt 500 Mio. Euro für verschiedene Maßnahmen vorgesehen. Davon profitiert mittel- bis langfristig insbesondere auch die Land- und Forstwirtschaft als Rohstofflieferant.

    • Raus aus Öl/Gas: 180 Mio. Euro
    • Steuerliche Anreize Heizkesseltausch und Sanierung: 180 Mio. Euro
    • Heizkesseltausch für Einkommensschwache: 80 Mio. Euro
    • Förderpaket thermische Sanierung mehrgeschossiger Wohnbau: 60 Mio. Euro

     

    5. Regionale Bepreisung Lebensmittel
    Weitgereiste Lebensmittel verursachen einen höheren CO2-Ausstoß und werden oft nicht reif geerntet bzw. frisch produziert. Mit einer entfernungsabhängigen Bepreisung soll die ökologische Belastung im Lebensmittelsektor reduziert und dieser nachhaltiger gestaltet werden. Nicht zuletzt wird dadurch auch mehr Chancengleichheit für die regionale Landwirtschaft und eine stärkere kundennahe Produktion geschaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Frische und höchste Produktqualität.

     

    Hinweis: Bildnachweis: BMLRT/Paul Gruber
    Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger und Johann Müllner Ackerbau-/Bio Freilandschweine-/Hühneraufzuchtbetrieb mit seiner Tochter Julia – in Zukunft sollen noch mehr Bauernhöfe zu Kraftwerken werden, durch das Sonder-Investitionsprogramm „Energieautarke Bauernhöfe“ werden zusätzlich 25 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt.

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